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Use Cases

Einordnung

Unified JSON Layout (UJL) ist ein flexibel einsetzbares Open-Source-Framework für visuelles Content-Authoring im Web. Grundsätzlich kann UJL sowohl in kleineren Projekten als auch in umfangreichen Weblandschaften eingesetzt werden.

Seinen größten strukturellen Mehrwert entfaltet UJL dort, wo Inhalte regelmäßig gepflegt werden, mehrere Rollen beteiligt sind und Qualität dauerhaft abgesichert werden muss. In solchen Umgebungen stoßen klassische visuelle Editoren häufig an konzeptionelle Grenzen: Entweder sind sie flexibel, aber schwer kontrollierbar, oder sie sind kontrolliert, aber langsam und prozesslastig.

Die folgenden Use Cases beschreiben typische Situationen, in denen diese Zielkonflikte auftreten, und zeigen, wie UJL sie adressiert.

Use Case 1: Web-Agenturen mit redaktionell gepflegten Kundenprojekten

Ausgangssituation

Web- und Digitalagenturen erstellen Websites, Landingpages und Microsites für Kund:innen. Nach dem Launch sollen Inhalte häufig durch Kundenteams selbst gepflegt werden, idealerweise schnell, ohne Tickets und ohne Abhängigkeit von der Agentur.

In der Praxis entsteht jedoch ein bekanntes Muster: Sobald Kund:innen Zugriff auf visuelle Editoren oder freie Gestaltungsmöglichkeiten erhalten, steigt das Risiko, dass der Markenauftritt über Zeit „wegdriftet“. Layouts werden inkonsistent, Abstände und Typografie werden unsauber, Kontraste oder semantische Strukturen verschlechtern sich. Die Agentur trägt am Ende dennoch die Verantwortung, entweder durch Supportaufwand oder durch Reputationsrisiko.

Einsatz von UJL

UJL wird als visueller Layout-Layer in das bestehende Kundenprojekt integriert. Die Agentur definiert Module, Varianten und das Theme so, dass Redakteur:innen Inhalte visuell erstellen und kombinieren können, ohne das definierte Designsystem oder grundlegende Accessibility-Regeln zu verletzen. Die Freiheit liegt in der Kombination und im Aufbau der Inhalte, nicht in willkürlicher Formatierung.

Nutzen

Für Agenturen entsteht ein dauerhafter Qualitätsrahmen, der nicht über Schulungen oder Prozesse, sondern systemisch abgesichert wird. Inhalte können dezentral gepflegt werden, ohne dass jede Änderung wieder zu Review- und Reparaturschleifen führt. Das senkt wiederkehrenden Supportaufwand und verbessert die Skalierbarkeit von Kundenprojekten über die Zeit.

Use Case 2: Marketing-Teams mit hohem Publikationsdruck

Ausgangssituation

Marketing-Teams müssen regelmäßig neue Inhalte veröffentlichen: Kampagnen-Landingpages, Produktseiten, Event-Seiten oder Content-Hubs. Der Publikationsdruck ist hoch, Änderungen müssen kurzfristig möglich sein, und jede Verzögerung verursacht Opportunitätskosten.

Viele Teams kompensieren diesen Druck mit Workarounds: Entweder bauen sie Prozesse, die langsam und schwer skalierbar sind, oder sie nutzen Tools, die Geschwindigkeit ermöglichen, aber langfristig inkonsistent werden. In beiden Fällen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Markenregeln und Accessibility-Anforderungen nicht mehr zuverlässig eingehalten werden.

Einsatz von UJL

UJL ermöglicht visuelles Authoring innerhalb definierter Leitplanken. Marketing kann Inhalte schnell erstellen, iterieren und pflegen, ohne auf freie CSS/HTML-Formatierung angewiesen zu sein. Designregeln, Komponentenvarianten und grundlegende Accessibility-Anforderungen sind so hinterlegt, dass typische Fehler gar nicht erst entstehen.

Nutzen

Der Nutzen liegt in der Kombination aus Tempo und Stabilität: Inhalte können schnell entstehen, ohne dass jede Seite erneut durch Design- oder Technikteams abgesichert werden muss. Die Arbeitsgeschwindigkeit steigt, während der Markenauftritt konsistent bleibt und nachgelagerte Korrekturen reduziert werden.

Use Case 3: Organisationen mit Compliance- und Barrierefreiheitsanforderungen

Ausgangssituation

In vielen Organisationen steigen die Anforderungen an Barrierefreiheit und formale Qualität digitaler Inhalte. Häufig wird Barrierefreiheit jedoch erst am Ende eines Projekts geprüft, etwa durch externe Audits oder manuelle Checks. Dadurch entstehen typische Probleme: Korrekturen werden teuer, Änderungen ziehen weitere Anpassungen nach sich, und rechtliche Risiken bleiben bestehen.

Ein Kernproblem liegt dabei selten im Wissen, sondern in den Werkzeugen: Wenn redaktionelle Systeme Freiheiten zulassen, die Kontraste, Struktur oder Semantik brechen können, ist Barrierefreiheit nur „Best Practice“, aber keine zuverlässige Eigenschaft.

Einsatz von UJL

UJL verlagert grundlegende Accessibility- und Strukturvorgaben in die technische Architektur. Redakteur:innen können Inhalte erstellen und pflegen, aber nicht in einen Zustand bringen, der definierte Mindeststandards verletzt, sofern diese Standards im Theme und in den Modulen korrekt konfiguriert sind. Barrierefreiheit wird dadurch nicht zu einem nachgelagerten Prüfpunkt, sondern zu einem Bestandteil des Authoring-Prozesses.

Nutzen

Die Organisation gewinnt planbare Qualität und reduziert die Abhängigkeit von nachträglichen Korrekturen. Das senkt Risiko, Aufwand und Kosten, besonders in Kontexten, in denen wiederkehrende Content-Änderungen stattfinden und Audits oder Prüfungen sonst regelmäßig erneut nötig wären.

Use Case 4: SaaS-Unternehmen mit eingebettetem Editor (White-Label)

Ausgangssituation

Viele SaaS-Produkte benötigen eine visuelle Authoring-Komponente, zum Beispiel für Landingpages, Templates, Knowledge-Bases, Emails oder andere strukturierte Inhalte. Eine Eigenentwicklung ist oft teuer und bindet langfristig Kapazitäten, weil Editoren nicht nur gebaut, sondern dauerhaft gepflegt, erweitert und abgesichert werden müssen.

Zusätzlich entsteht ein Governance-Problem: Sobald Endnutzer:innen Inhalte gestalten dürfen, wird es schwer, Markenregeln, Layoutlogik oder Accessibility zuverlässig durchzusetzen, ohne den Editor extrem einzuschränken oder komplexe Prozesse zu bauen.

Einsatz von UJL

UJL kann als White-Label-Editor eingebettet werden. Das SaaS-Unternehmen kontrolliert Module, Themes und Governance-Regeln, während Endnutzer:innen innerhalb dieser Grenzen Inhalte visuell erstellen. Der Editor wird damit zu einer produktfähigen Komponente, die sich über strukturierte Daten und Validierungsmechanismen kontrollieren lässt.

Nutzen

SaaS-Anbieter sparen Entwicklungszeit und reduzieren technische Schulden, weil Governance nicht nachträglich über Workflows oder Custom-Code erzwungen werden muss. Gleichzeitig steigt die Konsistenz und Verlässlichkeit der Inhalte, die im Produkt entstehen. Das wirkt sich direkt auf Supportaufwand, Produktqualität und Skalierbarkeit aus.

Use Case 5: KI-gestützte Content-Erstellung mit Kontrolle

Ausgangssituation

KI wird zunehmend genutzt, um Inhalte schneller zu erstellen oder zu variieren. Gleichzeitig verschärft KI das bekannte Governance-Problem: Generierte Inhalte sind oft inkonsistent, nicht zuverlässig reproduzierbar und nur schwer dauerhaft an Markenrichtlinien zu binden. Selbst gute Modelle benötigen wiederkehrende Prompt-Kontexte und können Regeln missverstehen oder ignorieren.

Einsatz von UJL

UJL integriert KI dort, wo sie sinnvoll ist: als Assistenz für strukturierte Inhalte. Statt freiem Markup erzeugt KI strukturierte Daten, die gegen Schemas und Regeln validiert werden. Dadurch bleibt die Kontrolle nicht beim Prompt, sondern in der Architektur. Ungültige Kombinationen werden entweder verhindert oder müssen korrigiert werden, bevor Inhalte produktiv genutzt werden.

Nutzen

Die Verbindung aus KI-Unterstützung und struktureller Absicherung reduziert Prompt-Aufwand, erhöht Reproduzierbarkeit und senkt das Risiko von „off-brand“- oder „nicht-konformen“ Ergebnissen. Damit wird KI nicht zu einem Risiko, sondern zu einem steuerbaren Produktivitätshebel.

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