Einführung und Ziele
Unified JSON Layout (UJL) ist ein Open-Source-Framework für visuelles Content-Authoring. Es löst das Brand-Compliance-Dilemma: Teams möchten Inhalte schnell und eigenständig pflegen, müssen aber gleichzeitig Corporate Design und Barrierefreiheit zuverlässig einhalten. In vielen Projekten wird das heute über Prozesse abgesichert (Reviews, Freigaben, Schulungen), mit hohem Aufwand und trotzdem wiederkehrenden Fehlern.
UJL verlagert diese Absicherung in die Technik: Inhalte und Designregeln werden so beschrieben, dass das System nur zulässige Ergebnisse erzeugen kann.
UJL ist außerdem AI-ready, aber aktuell ohne integrierte KI-Services: Es gibt keine eingebauten Modelle, kein Prompting und kein automatisches „AI Editing“ im Produkt. Stattdessen schafft UJL die Voraussetzungen, damit sich KI-Funktionen später sinnvoll ergänzen lassen (strukturierte Formate, Runtime-Validierung, vorgesehene Embedding-Felder). Wichtig ist die Abgrenzung: AI-ready beschreibt die Vorbereitung für zukünftige Produktfunktionen, nicht eine bereits vorhandene KI-Integration.
Kernidee:
UJL trennt Inhalte und Designregeln konsequent: Inhalte liegen als strukturierte JSON-Dokumente in .ujlc.json vor, während Designregeln als Theme in .ujlt.json definiert werden (Farben, Typografie, Abstände). Adapter führen beides zusammen und erzeugen daraus den Output als ContentFrame (HTML/CSS/JS). Der UJL Crafter dient als visueller Editor zur Erstellung und Pflege von Inhalten und Themes.
UJL ist dabei kein vollständiges CMS und kein „Free-Form"-Page-Builder, sondern ein Layout- und Governance-Layer, der bestehende CMS- und Frontend-Stacks ergänzt.
1.1 Requirements Overview
UJL richtet sich an Teams, die Inhalte visuell erstellen wollen, aber technische Leitplanken benötigen, damit Gestaltung nicht „driften“ kann und Barrierefreiheit nicht erst nachträglich geprüft werden muss.
Anforderungen auf Systemebene:
- Visuelles Authoring: Redakteur:innen setzen Seiten/Layouts aus vordefinierten Modulen zusammen (WYSIWYG), ohne freie HTML/CSS-Formatierung.
- Gestaltung im Theme: Designer:innen pflegen markenrelevante Parameter (z. B. Farben, Typografie, Spacing) im Theme; Änderungen wirken konsistent auf alle Inhalte.
- Maschinenlesbarkeit & Validierung: Content und Theme sind strukturiert und validierbar (Schema-first), damit Import/Export und Systemintegration robust funktionieren.
- Integrationsfähigkeit: UJL wird als modulare Package-Landschaft bereitgestellt und kann in unterschiedliche Umgebungen eingebettet werden (z. B. als Web-Component-Integration mit Style-Isolation).
1.2 Quality Goals
Die wichtigsten Qualitätsziele für UJL, priorisiert nach Architektur-Relevanz:
| Prio | Qualitätsziel | Motivation | Umsetzung in der Architektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Brand-Compliance by Design | Corporate Design soll nicht „aus Versehen“ gebrochen werden können. | Trennung von Inhalt (UJLC) und Theme (UJLT); erlaubte Module/Varianten statt freier Formatierung; Tokens/Theme als Quelle. |
| 2 | Accessibility als Standard | Barrierefreiheit darf kein nachgelagerter Prüfschritt sein, sondern Teil des Authorings. | Semantische Module/Strukturen; editorseitige Leitplanken (z. B. Alternativtexte für Bilder als Teil des Datenmodells); detaillierte Qualitätsszenarien und Nachweise in Kapitel 10. |
| 3 | Validierbarkeit & Robustheit | Inhalte sollen verlässlich zwischen Systemen übertragbar sein und Fehler früh sichtbar machen. | Schema-first Ansatz (Runtime-Validierung); strukturierte Dokumentformate statt „freiem“ Markup. |
| 4 | Integrationsfähigkeit | UJL soll bestehende CMS/Frontends ergänzen, nicht ersetzen. | Adapter-Konzept; Web-Integration u. a. über Web Components mit Shadow DOM zur Style-Kapselung. |
| 5 | Erweiterbarkeit ohne Core-Brüche | Teams sollen Module und Render-Ziele erweitern können, ohne das System zu „forken“. | Registry-/Plugin-Ansatz für Module; Adapter-Schnittstellen für zusätzliche Render-Targets. |
1.3 Stakeholders
Primäre Stakeholder
| Rolle | Erwartungen an UJL | Nutzen |
|---|---|---|
| Redakteur:innen | Inhalte schnell erstellen und ändern, ohne Design- oder Accessibility-Regeln verletzen zu können. | Visueller Editor mit kombinierbaren Modulen, ohne Design-Drift. |
| Designer:innen | Steuerung von Designregeln; Änderungen sollen konsistent und nachvollziehbar wirken. | Theme als Quelle; globale Wirkung statt Einzelseiten-Fixing. |
| Entwickler:innen / Integrator:innen | Definierte Schnittstellen, Validierbarkeit, Erweiterbarkeit; Einbettung in bestehende Systeme. Außerdem: ein Projekt-Setup, das Agentic Coding bei der Entwicklung am Repository praktikabel und überprüfbar macht. | Schema-Validierung, Adapter-Konzept, Open-Source-Core zur Auditierbarkeit sowie dokumentierte Leitplanken für automatisierte Änderungen. |
Sekundäre Stakeholder
| Rolle | Erwartungen | Nutzen |
|---|---|---|
| Marketing-Teams | Schnelle Kampagnen- und Landingpage-Produktion ohne wiederholte Design-Reviews. | Tempo + Stabilität durch Module und Theme-Regeln. |
| Web-Agenturen | Langfristig wartbare Kundenprojekte; weniger Support durch „Design Drift“. | Governance ist systemisch abgesichert; Redaktionsarbeit skaliert besser. |
| SaaS-Anbieter | Editor als integrierbare Komponente (White-Label), ohne proprietäre Lock-ins. | Einbettbarer Authoring-Layer, strukturierte Daten, Validierung. |
| Compliance-/Accessibility-Verantwortliche | Nachvollziehbare, reproduzierbare Barrierefreiheit statt punktueller Audits. | Technische Leitplanken + strukturierter Output erleichtern Nachweise und reduzieren Risiko. |
Technische Stakeholder
| Rolle | Erwartungen | Nutzen |
|---|---|---|
| Core-Team | Wartbarkeit, Modularisierung, stabile Paket-/Release-Strategie. | Trennscharfe Pakete und Schnittstellen; Doku als Arbeitsgrundlage. |
| Community Developers | Eigene Module/Adapter sollen möglich sein, ohne Interna zu hacken. | Erweiterungspunkte über Registry/Adapter; Open Source. |
| DevOps / Platform Engineers | Self-Hosting und CI/CD-Integration ohne unnötige Spezialfälle. | Backend-Services bei Bedarf (z. B. services/library), Konfiguration über Umgebungsvariablen. |